MelusineB - 26. Aug, 06:52

Das gefällt mir....

Mitte links komme ich gerade nicht gut ran. (Dieses Chaos...) Also "kontere" ich mal hier hinten rechts:

Alexander Kluge: Chronik der Gefühle
Sebastian Haffner: Geschichte eines Deutschen
Navid Kermani: Du sollst
Meret Oppenheim: Husch, huch der schönste Vokal entleert sich
John KennedyToole: a confederacy of dunces
Sybille Bedford: Der Liebling der Götter

Hölderlin.The sea.The sea.
Robert Gernhard.
Alice Munro. Alice Munro. Alice Munro. Alice Munro
Die Mecklenburger Seenplatte

Es gibt überhaupt kein System. Von Ihren da oben würde ich jetzt gern mal einen Blick in "Die großen Herrscher des Hauses Habsburg" werfen. (wg. der Unterlippe, ist doch mit Bildern?)

Teresa HzW - 26. Aug, 23:34

Für Sie aufgeschlagen: Die Habsburger

Darf ich Ihnen die Hand reichen, damit Sie nicht über die Bücherstapel und die noch nicht zusammen geleimten Regalbretter stolpern, Dir hier überall (noch) herumliegen, liebe Melusine.

Sehr, sehr interessant, was Sie mir mitgebracht haben an Lektüre. Gerne, sehr gerne dürfen Sie sie den Regalen hinzufügen. Lassen wir die Bücher frei! Damit sich auch andere daran erfreuen.

Jaja… die Habsburger… warten Sie, ich steige eben auf die Leiter und hole das von Ihnen erwähnte Buch herab: ich stelle Ihnen auch noch ein Foto ein von Herzog Rudolf, dem Vierten, den Begründer des Habsburg-Mythos. Er wird gern mit dem Beinamen "Stifter" bedacht und zählt zu den eindruckvollsten Herrschergestalten des Hauses im Mittelalter: sehr ehrgeizig, von unbändigem Tatendrang, verblüffte er seine Umwelt mit kühnen Konzepten und sprühte geradezu vor Ideen und blühender Phantasie. Er hatte ein etwas aufgedunsenes Gesicht und den typisch markanten habsburgischen Unterkiefer mit der wulstigen Unterlippe.
Einige Historiker preisen ihn als den Schöpfer des österreichischen Staatsbewußtseins. Rudolf der Vierte wuchs bereits in der Burg zu Wien auf.

Am deutlichsten ausgeprägt ist das berühmte Habsburger Kinn bei Karl, dem Fünften, der in der 700 jährigen Geschichte der Dynastie wie kein habsburgischer Regent vor und nach ihm ein riesiges Reich auf zwei Kontinenten – in der Alten und der Neuen Welt – beherrschte. Böse Zungen behaupten, er strebte nach der Weltmonarchie.
Allerdings war er es, der vermutlich unbeabsichtigt und unbewußt, den Grundstein für die spätere Teilung des Hauses in eine spanische und eine österreichische Linie legte: durch den Brüsseler Vertrag von 1522 zwischen ihm und seinem Bruder Ferdinand. Durch dieses Abkommen zwischen den Brüdern übernahm Ferdinand die Herrschaft über die österreichischen Herzogtümer Nieder- und Oberösterreich, Steiermark, Kärnten und Krain. Nach habsburgischem Recht musste Karl sein Erbe nämlich mit dem jüngeren Bruder teilen.

Allerdings gab es in der Dynastie auch starke Frauen, wie Maria Theresia. Sie übernahm ein Reich mit leeren Staatskassen und ein Staatsgebilde, das auf tönernen Füßen stand: Adel und Kirche, die damals wirtschaftlich stärksten Gruppen, brauchten keine Steuern zahlen. Die Bauern, die völlig von ihren Grundherren abhingen, lebten in Armut und Not. Allein die habsburgische Ländermasse vom Schwarzwald bis zum Balkan, von Mittelitalien bis Nordböhmen steckte in vielerlei Hinsicht noch im tiefsten Mittelalter, als sie die Geschäfte (um 1740) übernahm und war weit davon entfernt ein modernes Staatswesen zu sein. Das Volk war unzufrieden, murrte. „Von Geld, Truppen und Rat entblößt“, wie sie es selbst einmal formulierte, ging sie ihm ersten Jahr ihrer Regentschaft durch eine harte Schule, lernte jedoch Fragen zu stellen, holte Informationen ein und leitete erste Reformen in die Wege. Ihr Führungsstil war entschlossen und sie entschied alles schnell und persönlich. Binnen acht Jahren reifte sie von der zarten, schlanken und vergnügungssüchtigen jungen Dame, die in den Tag hinein gelebt hatte, zu einer stattlichen, reifen und pflichtbewußten Frau mit unverrückbaren Grundsätzen. Sie verteidigte die Monarchie gegen eine Übermacht von Feinden, mit Erfolg! Durch eine Reihe von Reformen formte sie die habsburgischen Kernländer zu einem festgefügten Staat.
Ihr Tagesplan sah so aus:
„Die ordinari täge halb 6 uhr aufstehen,
ankleyden, messe hören,
geistliche lesung zwei stunden bis halb 8 uhr,
von halb acht uhr mit denen cabinetsecretairs expediren bis 9 uhr,
von 9 bis 12 uhr minister audienzen,
12 uhr kinder, frauen, andere sehen,
1 uhr taffel- bis 3 uhr unterhaltung oder ruhen,
3 uhr lesung todten offizium,
4 uhr bis 6 uhr expedirn, schreiben oder audienzen
6 uhr rosenkranz, von da bis 9 uhr schreiben, conversirn,
spaziren, stille amusante lesung,
sontag audienz 5 bis 10 abends.“ (S. 237 f, Die großen Herrscher des Hauses Habsburg)

Sodele… liebe Melusine, nun sollte ich auch ruhen, damit ich morgen wieder „expedirn, schreiben und conversirn“ kann. Die Fotos stelle ich dann morgen ein ;-)
"A guat`s Nächtle" wünscht
Teresa

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